Sie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, für andere Menschen und für die gesellschaftlichen Strukturen, in denen wir uns bewegen.

Awareness bedeutet für uns, bewusst zu sein …

… für Grenzverletzungen und Gewalt

Awareness bedeutet, Grenzüberschreitungen wahrzunehmen, ernst zu nehmen und nicht zu relativieren oder zu bagatellisieren.

… für die Bedürfnisse anderer Menschen

Menschen erleben Situationen unterschiedlich. Awareness nimmt diese Vielfalt ernst und schafft Raum für unterschiedliche Grenzen, Gefühle und Bedürfnisse.

… für Machtverhältnisse und ihre Auswirkungen

Gesellschaftliche Machtverhältnisse prägen unser Zusammenleben und wirken auch in zwischenmenschlichen Situationen. Awareness macht diese Zusammenhänge sichtbar.

… für die eigene Position innerhalb dieser Verhältnisse

Dazu gehört die Reflexion der eigenen sozialen, ökonomischen und gesellschaftlichen Position sowie der damit verbundenen Privilegien und Ausschlüsse.

… für das Zusammenwirken von Diskriminierungsformen (Intersektionalität)

Diskriminierung wirkt nicht eindimensional. Awareness denkt intersektional und berücksichtigt Mehrfachbetroffenheiten und Überschneidungen.

… für den Zusammenhang von struktureller und zwischenmenschlicher Gewalt

Awareness versteht Gewalt nicht als isolierten Einzelfall, sondern im Kontext gesellschaftlicher Ungleichheiten und Herrschaftsverhältnisse.

Unsere Grundsätze

Unsere Arbeit basiert auf klaren Haltungen, die wir nach innen wie nach außen leben:

Konsens

Alle Interaktionen und Handlungen beruhen auf freiwilliger, informierter und jederzeit widerrufbarer Zustimmung. Konsens ist für uns keine einmalige Abfrage, sondern ein fortlaufender Prozess, der sich an den Bedürfnissen und Grenzen aller Beteiligten orientiert.

Parteilichkeit

Wir stehen auf der Seite der betroffenen Person. Ihre Wahrnehmung und Einschätzung der Situation ist für uns ausschlaggebend.

Definitionsmacht

Betroffene bestimmen selbst, wie sie das Erlebte benennen und einordnen. Ihre Perspektive ist maßgeblich für die Einschätzung der Situation und wird von uns nicht infrage gestellt.

Betroffenenzentrierter Ansatz

Unser Handeln orientiert sich an den Bedürfnissen, Grenzen und Wünschen der betroffenen Person. Unterstützung erfolgt nur in dem Umfang und in der Form, die von ihr gewünscht wird - ohne externe „neutrale“ Instanz, die entscheidet, wie schwerwiegend etwas war oder was jetzt richtig wäre.

Intersektionale Perspektive

Wir berücksichtigen das Zusammenspiel verschiedener Machtverhältnisse und gesellschaftlicher Positionierungen.

Verantwortung teilen

Awareness-Arbeit ist Teamarbeit. Wir handeln nicht allein, sondern abgestimmt, transparent und reflektiert.

Reflexion und Lernen

Awareness bedeutet, das eigene Verhalten sowie strukturelle und internalisierte Verhaltensweisen kontinuierlich zu hinterfragen - individuell und gemeinsam. Wir verstehen Awareness als Prozess. Fehler, Unsicherheiten und Lernmomente gehören dazu – entscheidend ist der verantwortungsvolle Umgang damit.

Unser Verständnis von Gewalt

    Wir gehen davon aus, dass


  • zwischenmenschliche Gewalt immer im Kontext struktureller Gewalt stattfindet,
  • es in bestehenden Herrschaftsverhältnissen keine neutrale Position gibt,
  • Gewalt auf Handlungen beruht – nicht auf Persönlichkeiten – und verlernbar ist,
  • gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse veränderbar sind.

Unsere Ziele

    Wir versuchen


  • Betroffene von Grenzverletzungen und Gewalt zu unterstützen
  • Awareness-Strukturen aufzubauen, zu stärken und sichtbar zu machen
  • Grenzüberschreitungen und Übergriffe zu verhindern
  • Zu einem langfristigen Abbau von Macht- und Herrschaftsverhältnissen beizutragen